26.06.2022 #plutonischeDramaQueen
- Karin Moser
- 26. Juni 2022
- 3 Min. Lesezeit
Ihr Lieben, ich versuche nun meine Gedanken, welche schon seit vielen Tagen in meinem Kopf kreisen in Worte zu fassen;
Ihr könnt euch ja sicher noch an meinen Beitrag über meinen Kollaps in der Sauna erinnern. Wie hochdramatisch ich da alles ausgeführt habe. Alles ausgeschmückt. Ich muss zugeben, diese dramatische Art zu schreiben liegt mir ganz gut … Und je schlechter ich mich selbst fühle, desto dramatischer wird mein Ausdruck. Dass dieser Beitrag echte Drama-Queen-Qualitäten hat, ist mir selbst gar nicht so aufgefallen.
Erst meine liebe Seelenbegleiterin und Seelenfreundin Astrid Hamberger hat mir den Hinweis darauf gegeben, dass hier wohl wieder meine „plutonische Drama-Queen“ mit mir durchgegangen sei. Und dass ich hier im Außen ganz ganz ganz ganz laut nach nach Aufmerksamkeit schreie. Nach der Aufmerksamkeit, die ich als Kind nie oder nur ganz selten erhalten habe. Ich bin sozusagen ein Kind mit Aufmerksamkeitsdefizit. Ich suche intensiv im Außen, was ich in meinem Inneren nicht finden und fühlen kann.
Im ersten Moment fühlte ich mich SEHR unangenehm „ertappt“. Wollte das eigentlich alles abstreiten. Nein, ich bin doch nicht so! Doch. Ich bin ein Kind mit Aufmerksamkeitsdefizit. Mit einem ganz schön großen noch dazu.
Wenn ich Bilder und Beiträge poste schaue ich ehrlich gesagt ständig nach, wie viele Leute es schon gesehen haben. Wie viele haben kommentiert? Warum haben diesen Beitrag oder diese Bild nur so wenige angesehen? Was stimmt mit dem Bild, dem Beitrag nicht? Warum kommentieren hier so wenige? Ich muss hier wirklich aufpassen, dass ich da nicht zu tief dann in diese „Warum hab ich hier weniger Likes Falle“ tappe und meine Gedanken sich dann nur mehr darum drehen. Ist mir jetzt auch erst so richtig bewusst geworden.
Nach dem online stellen meinem Drama-Queen-Kollaps-Beitrages hatte ich tagelang den Impuls, dass ich meine Gruppe und meinen Blog nun schließen solle. Dass dies nun mein letzter Beitrag war. Ich wusste bis heute nicht, warum ich so fühlte. Heute beim Rad fahren kamen mir dann folgende Gedanken dazu:
Ich wollte die Gruppe und den Blog schließen, weil ich tief in meinem inneren ganz genau wusste, dass ich durch die Aufmerksamkeit im Außen, durch meine dramatischen Worte niemals Heilung finden werde. Erst, wenn ich fähig bin mir selbst diese Aufmerksamkeit selbst zu schenken, erst dann können meine Wunden heilen. Erst wenn ich mich selbst annehmen kann, erst wenn ich mich selbst lieben kann, mit allen Ecken und Kanten und lichten und weniger lichten Anteilen, erst dann kann ich meinem Kind in mir die Aufmerksamkeit, Zuwendung, Zuneigung und Lieben geben, die es braucht, und die uns beide heilen und wachsen lässt. Nur ich selbst kann das vollbringen.
Oh ja, ich bin so froh, über all‘ eure Likes und Views und Kommentare! Das alles tut mir oft zu wohl. Und auch das ist auch gut und schön so. Ein bisserl Aufmerksamkeit von außen schadet ja trotzdem nicht.
Astrid Hamberger schrieb vor einigen Tagen auf ihrem Telegram-Kanal folgende Worte. Ich finde sie so wunderbar, weil sie so wunderschön wiedergeben, was auch gerade in mir passiert (und was ich nach wie vor so schwer in Worte fassen kann – hoff es war nicht schon wieder zu viel plutonische Drama-Queen dabei )
„Erstaunlich passend zur Krebs Energie hat sich mein inneres Kind gemeldet, welches so unendlich oft die Aufmerksamkeit in der Außenwelt gesucht hat, aus der tiefen Angst heraus, sonst gar nicht zu existieren, wenn der Widerhall vom Außen fehlt. Und DOCH spüre ich, dass gerade erst dann, wenn ich diese co-abhängige Suche beende, ich erkenne, dass ich sehr wohl immer noch da bin. Es ist zwar stiller im Außen, aber in mir ist meine Home Base spürbar, mein inneres Zuhause, meine Existenz fühlbar. Und das ist schön.“
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